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Christine Vogler

Kleinanzeigen lesen!

Sie sollten zwischendurch Kleinanzeigen lesen. Es kann zu neuen Aussichten und elementaren Veränderungen führen, und Sie brauchen dafür weder einen Arzt noch den Apotheker - aber nun mal von Vorne.

Mein Leben vor dem Frauenblasorchester Berlin war so ein ganz normales - irgendwann war ich mal in der Schule und habe alle erforderlichen Prüfungen abgelegt, die ich so musste. Dann lernte ich einen Beruf und war studieren, und jetzt arbeite ich ausgesprochen gerne als Direktorin einer Gesundheits- und Krankenpflegeschule...

Und in der "irgendwann war ich mal in der Schule" Zeit begab es sich, dass meine große Schwester eine Blockflöte geschenkt bekam. Mein Neid erwachte - ich wollte das was sie hat.

Beflügelt vom "ich will besser sein als meine große Schwester" spielte ich sämtliche Volkslieder aus der Deutschen Liedersammlung Band 1 und Band 2 (...meine Eltern sind starke und tapfere Menschen!), durchlief bis kurz vor dem Abitur sämtliche Blockflötenensembles der Musikschule Neukölln und dann war es soweit - ich begriff, dass die Blockflöte allein nicht glücklich macht. Eine Erkenntnis, die wohl viele bereits vor mir hatten.

Was sollte es sein? Ich mochte die Flöte an sich. Schlagzeug? Keinen Keller. Klavier? Zu teuer. Harfe? Zu unbegabt. Gitarre? Kommt gleich nach der Blockflöte. Bratsche? Ach Herrje.

Und dann war es die Querflöte. Neben dem, dass ich es liebe mit diesem Instrument Musik zu machen, gibt es auch noch einen anderen entscheidenden Vorteil - das Packmaß! Fragen Sie mal unsere Tubistin oder die Posaunen, Saxophone, Hörner... um es kurz zu machen - alles in allem eine nie bereute Entscheidung.

Mein Leben mit dem Frauenblasorchester Berlin... als erstes war die Kleinanzeige in der Zitty. Sachen gepackt, hinmarschiert. Eine der Frauen der ersten Stunde! Ziemlich bald wurde klar - das Ding hat eine Zukunft und benötigt eine geordnete Struktur. Diese fanden wir in der Form eines gemeinnützigen Vereins, flugs war ich Gründungsmitglied und in der Folge dann bis zum heutigen Tage neben einer der Flötistinnen auch in Amt und Würden der Vorsitzenden. Was das bringt neben der Arbeit die man damit eben so hat? Tolle musikalische Erlebnisse in den Proben und Konzerten, Kontakte zu Frauen, die mir im Leben nicht über den Weg gelaufen wären, das Erlebnis, dass Ideen zum Leben erwachen, wenn man sich engagiert und daran glaubt - Horizonte hinter den Horizonten... klingt nicht nur toll, ist auch toll.

In diesem Sinne freue ich mich auf all die schönen vielen verplanten Wochenenden, Moderationen und deren Vorbereitung, Orchesterfreizeiten, kennen lernen der Menschen die uns zuhören, CD-Produktionen, neue und alte Orchestrienen, Konzert - kurz auf die Zukunft. Langweilig wird's bestimmt nicht!

Wir sehen uns - beim nächsten Konzert!