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Gabriele Schreiter

Stellt` Euch vor:

Probe immer dienstags - immer ca. 50 Frauen. Stimmengewirr – Tönevielfalt – Lebendigkeit.

Ich: In der vorletzten Reihe unseres Frauenblasorchesters, mit meinem Tenor-Saxophon, inzwischen der tiefen Töne, hinter mir die Tuba, die Trompeten, die Posaunen und dann das Schlagzeug, - setzt sich anders durch - nicht zuletzt der E-Bass, also ordentlich Masse im Rücken.

Vor mir die Klarinetten und die Bass-Klarinetten. Ganz vorne die Querflöten, diese zarten und leisen Töne. Wir kommen zueinander – sind im Miteinander, alle Instrumente: gebündelt, kraftvoll, „alles auf time“! Spiele ich oder spiele ich grad nicht, muss ich hören, warten, zählen?  Und dann der entscheidende Moment ……… Unser konzertantes, akustisches Gesamtkunstwerk ist Disziplin auf höchster Ebene, ein geordnetes System, aus der Reihe tanzen ist schlecht. Und: es gelingt! Es ist der Höhepunkt… für jede einzelne und für uns alle zusammen. 

Bis hierhin war es ein langer Weg: Mein Elternhaus stand meinen musischen Ambitionen eher ablehnend gegenüber und steuerte meinem Tatendrang meist entgegen. Erst mit 35 hatte ich mich „freigeschwommen“ und ohne Notenkenntnisse mich, wie viele andere damals, auf die klassische Gitarre gestürzt. Doch die Leidenschaft fehlte … wie auch die Gemeinschaft.

Bis dass der Freund „Zufall“ eingriff: Zu unserer Ansammlung fleißiger Gitarristen war eines Tages ein Saxophon-Trio eingeladen. Der eine stellte sich als mein göttlicher Nachbar heraus, ein begnadeter Klavierspieler und Saxophonexperte. Er war meine Inspiration und wurde kurzerhand zu meinem persönlichen Saxophonlehrer. Der Moment war gekommen: Ich setzte alles daran, dieses Instrument zu „bändigen“ und es lehrte mich, es zu spielen. Später kam dann ein weiterer, entscheidender Schritt: vom Alt- zum Tenorsaxophon, der tiefen und vollen Töne wegen. Mein Können und meine Fertigkeiten steigerten sich.

Und als Ausgleich und Gegenpol zu meinen beruflichen Anforderungen. Hier begleite ich Menschen in aktuellen Lebenskrisen und unterstütze sie, ihren Weg zu finden. Ein anderer Schauplatz und doch so große Parallelen.

 Das Orchester ist das Beste, was mir in den letzen Jahren passiert ist. Das volle Leben. 

Ich bin angekommen!