zurück

Irene Beyer 

Ein großes Stück Glück in meinem Leben: Klarinettespielen. Das Instrument gefunden zu haben, mit dem ich verwandt und jetzt seit ca. 8 Jahren eng verbandelt bin. Eine Liebe fürs Leben. Und eine Herausforderung fürs Leben!

Nach etlichen Jahren ohne aktive Musik in meinem Leben wollte ich im Jahr 2000 wieder ein Instrument lernen – endlich wieder mehr Musik im Leben haben. Ich war ehrlich gesagt eine Weile unentschlossen, welches Instrument es werden sollte.

Vielleicht doch noch mal mit der Geige versuchen? Aber der erste Versuch, damals mit 10 oder so, war wirklich kläglich gescheitert – zugegeben auch an schlechten Rahmenbedingungen: Ich wollte Klavier lernen, Geige war ein etwas bemühter Ersatz und nicht meine Idee; dazu ein auf meine Übeversuche völlig hysterisch reagierender Kater sowie ein Lehrer, der im Unterricht sein verhindertes Paganini-Ego austobte – kurz, meine Geigerinnen-Karriere nahm ein jähes Ende.

Klavier wollte ich auch nicht wieder spielen, das hatte ich mit Anfang 20 schon „nachgeholt“.

Irgendwie körperlicher, weniger distanziert sollte es sein.

Wie ich auf die Klarinette kam, weiß ich nicht mehr (vielleicht auch „Jenseits der Stille“?), denn bis dato hatte ich keinerlei Bezug zu Blasinstrumenten, selbst die Blockflötenphase war an mir vorbei gegangen.

Ein echter Glücksfall eben!

In einem musikalischen Portrait von mir darf meine musikalische „Grundbildnerin“ nicht fehlen, auch wenn ich leider den Namen dieser Frau vergessen habe, die mir als 7-Jährige mit ihrem wunderbaren Unterricht viel Liebe für die Musik und eine große Portion Grundwissen und –können vermittelt hat! Vielen Dank dafür!

Ab und an bedauere ich, der Musik in meinem Leben nicht früher eine größere Chance gegeben zu haben und sie heute nur neben meinem sonstigen Beruf zu leben. Aber meistens bin ich sehr froh darum, meine Jugend mit Friedens-, Frauen- und Anti-AKW-Bewegung verbracht, Politikwissenschaft studiert zu haben und bis heute eine zweite Leidenschaft zu leben: Engagement gegen soziale und politische Ungerechtigkeit, für eine „gute Gesellschaft“. Beruflich setze ich das seit vielen Jahren mit Arbeit in der politischen Bildung um, mit der Arbeit in einer Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus und durch die Leitung eines Nachbarschaftshauses.

Und auch wenn so ein Doppelleben anstrengend ist: es ist sehr schön, beides zu haben!

Das Frauenblasorchester ist, wie ich finde, eine wirklich fabelhafte Geschichte – die Idee dazu hatte ich ganz schlicht deshalb, weil ich gerne in einem großen Ensemble spielen wollte, und weil ich gerne ein Frauenensemble wollte; – und weil Astrid Graf, damals meine Klarinettenlehrerin, mir den Floh ins Ohr gesetzt hatte, damit, dass sie ein Orchester leiten kann!

Also haben wir es organisiert und es ist wunderschön, wie aus dieser Idee in kurzer Zeit ein so wunderbares Orchester und eine so großartige, heterogene, solidarische, leidenschaftlich miteinander musizierende Gruppe geworden ist!!