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Porträt des Monats

Nikola Kott  Nikola Kott

Meine Zeit in der Musikschule hat schon sehr früh begonnen. Ich kann mich tatsächlich noch daran erinnern, wie ich auf dem Schoß meiner Mutter in der Musikschule Charlottenburg saß und darauf wartete, bis meine große Schwester mit dem Blockflötenunterricht fertig war. In dieser Zeit las sie  mir immer „Ich bin der kleine Hase“ oder „Die Raupe Nimmersatt“ vor. Das muss daher schon sehr früh gewesen sein. Wahrscheinlich war ich 2.
Wann genau meine ersten Blockflötenversuche stattfanden, weiß niemand mehr genau. Es wird so das übliche Alter zwischen 4 und 6 gewesen sein. Meinen ersten Auftritt vor  Publikum habe ich ganz furchtbar in Erinnerung. Ich bin an dem Tag krank gewesen, hatte Fieber. Vielleicht war das aber auch nur Lampenfieber….. Wie und was ich gespielt habe, weiß ich nicht mehr, wahrscheinlich war es dann gar nicht so schlimm. Das wäre typisch für mich!
Irgendwann hörte ich dann mit dem Flöte spielen auf und begann Klavier zu spielen. Das klappte so lange ganz gut, wie das Lernbuch die entsprechenden Finger mit Zahlen unter den Noten zu stehen hatte. Sobald ich aber den Bass-Schlüssel selbstständig und vor allem mit einem Blick lesen musste, konnte ich nicht mehr wirklich die linke Hand spielen. Bass-Schlüssel war also nicht mein Ding und Bass-Schlüssel-Lesen-Üben eher  auch nicht. Also hörte ich irgendwann auf.

Mit 14 wollte ich dann gerne wieder ein Instrument lernen. In meiner Oberschule war es damals möglich, sich ein Instrument für eine gewisse Zeit auszuleihen. Ich entschied mich für das Altsaxophon. Das Lernen fiel mir unglaublich leicht, da ich kaum neue Griffe lernen musste und den Violinschlüssel konnte ich ja schließlich noch! In der 9. Klasse begann ich dann in dem Schulorchester mitzuspielen. Das machte mir immer großen Spaß und brachte mir in den letzten 2 Schuljahren auch noch gute Zeugnisnoten.
Dann begann mein Studium.  Ich studierte Architektur und die Zeit zum Üben wurde immer weniger. Anfangs spielte ich noch in einer kleinen Band mit 4 Bläsern, einem Percussion-Spieler und einem Marimbaphon-Spieler. Leider machte die Musikrichtung, die wir in dieser Band spielten, es erforderlich, immer wieder zu improvisieren. Und das gefiel mir damals nicht und das  mache ich auch heute noch nicht  wirklich gerne. Ich hörte so ungefähr mit 20 auf zu musizieren.
Nach meinem Architekturstudium habe ich dann noch ein Wirtschaftsingenieur-Aufbaustudium absolviert. Ich fand dann auch tatsächlich ziemlich bald nach dem Diplom eine Arbeit auf der ich dann durch Zufall Anna kennenlernte (Tenorhorn-Porträt März 2010). Sie lud mich zu ihrer Einweihungsfeier ein, wo auch einige andere Damen aus dem Orchester zu Gast waren. Es blieb daher nicht aus, dass wir irgendwann über das Musik-machen sprachen. 5 Wochen später war das Jahreskonzert 2007 in der Wabe. Ich ging dort hin und bekam sofort wieder Lust, in einem Orchester mitzuspielen. Leider waren die Alt-Saxophone jedoch bestens besetzt. Ich hätte ja auch eine andere Stimme gelernt, aber es wäre nur das Bariton-Saxophon geblieben und das schien mir dann doch zu schwierig.  Also legte ich das Thema erst einmal ad-acta.

Ende März 2008 bekam ich dann von Anna eine E-Mail. Die Zitate habe ich noch:
Astrid: Alter?
Sagte
ich (also Anna) in den 30ern (stimmt das??? – Falls du älter sein solltest, hast du dich gut gehalten. Falls du jünger bist – Alter macht Weise… ;o))))
Sie daraufhin: das ist ok.
Astrid: Hat sie schon mal im Orchester gespielt?
Ich:
ähm – ich glaube
Sie: das ist gut.
Sie: Ist sie gut?
Ich: ähm – glaub schon.
Du: ???
Sie: würde sie auch Albereien mitmachen?
Ich: Denke ja.
Astrid: Sprich mal mit ihr.
Ich: OK – mach ich.
Das hat sie dann auch. Ich wollte dann erste einmal zum Gucken kommen, das wurde mir aber sofort ausgeredet. Ich übte das erste Mal seit über 10 Jahren zu Hause und stellte fest, dass das tatsächlich noch geht. Ist wie Fahrradfahren, das verlernt man ja auch nicht!
Seit dem bin ich dabei und bin jeden Dienstagabend darüber erstaunt, wie entspannend das gemeinsame Musizieren sein kann – auch nach einem langen Tag!
Eigentlich sollte ich auch irgendwann einmal Solis spielen,  aber zum Glück ist dann noch Rosi nach mir ins Orchester gekommen, die viel besser ist als ich. Aber was meinte Astrid wohl mit Albereien??
"Funky, Funky!"