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Portrait des Monats oder wie ein Fisch ins Wasser fand Eines Morgens erwachte ich und fand mich im 30. Lebensjahr. Was tun? Älter werden ging von alleine, graue Haare und Falten dito. Eine neue Idee musste her! Also schnell aus dem Bett gesprungen und Musik aufgelegt. Das hilft und passt für sämtliche Stimmungen. Dieser Tage war Element of Crime dran. Und wie ich so unter der Dusche mitfabulierte und mir das Wasser in die Ohren lief, erwischte ich mich dabei, wie ich den Trompetenteil mitschmetterte (-gurgelte). Da war er schon, der neue Gedanke. Ich lerne ein Instrument! Warum nicht Trompete? Ist nicht so sperrig wie eine Gitarre oder gar ein Klavier. Hat auch nur drei Knöppe – da woll'n wir doch mal seh'n. Mit schlidderigen Sommerreifen unter'm Wägelchen im tiefsten Winter die Grenze zu Tschechien passiert und das nächste Kaufhaus gestürmt. Schließlich ist tschechische Blasmusik ein Begriff, der Blechblasgeräte en mass assoziiert. Da finde ich doch was. Fand ich auch und besuchte fortan die Musikschule in Berlin-Friedrichshain, tauschte irgendwann meine Trompete aus, spielte in einer kleinen Band meine ersten Swing-Pop-Jazzstücke und fand mich mitten in der Musik wieder. Ich war quasi infiziert. Das Beste allerdings ereilte mich vor ca 5 Jahren als ich in eine quirlige Menge von Frauen beordert wurde (Schuld war Bettina-Charlotte – liebe Grüße und vielen Dank!), die sich heute Das Frauenblasorchester Berlin nennt. Und so tobe ich jeden Dienstag voller Aufgeregtheit und jeder Menge Schalk hinter'm Ohr, bepackt mit Trompete oder/und Flügelhorn in die Proben und lasse mich von unserer Dirigentin in die Einsätze winken (manchmal ist sie schneller als ich, manchmal langsamer ;-)). Kein Fisch fühlt sich besser im Wasser als ich in jenen 2-3 Stunden Orchesterprobe – trärää! Die übrige Zeit meines Lebens baue ich mit meinen Kolleginnen und Kollegen Brücken in Berlin und um Berlin herum und verziehe mich am Wochenende ins Märkische Oderland, um mich mit Hingabe durch einen halb verwilderten Garten zu wühlen und mein Gartenhäuschen am Einstürzen zu hindern. Eine weitere Vorliebe hege ich für's Bücherlesen und der damit verbundenen Trägheit anderes tun zu wollen (außer nebenbei Berge von Schokolade zu verdrücken und Schrippen verschwinden zu lassen...) Die Folge sind verträumte Stunden, in denen ich mir die Welt ausdenke ( im Kleinen wie im Großen, jaja...) bis ich wieder auftauche und in die Hände spucke. - Tschüß!! |